Zero Waste – wir erklären dir den Lifestyle und geben Tipps, wie ein Leben ohne Müll möglich ist

Überblick – worum es geht

Der Mülleimer quillt über. Die gelben Säcke stapeln sich und der Papiermüll müsste auch mal wieder rausgebracht werden. Unser Müll trägt sich nicht von alleine in die Deponie und wir verschwenden viel Lebenszeit, wenn wir uns um ihn kümmern.

Was wäre also, wenn wir kaum oder gar keinen Müll mehr produzieren? Wenn wir quasi null Müll in unserem Leben hätten? Und wäre das nicht auch ganz gut für die Umwelt? Wie der Zufall es will, gibt es diese Lösung schon. So ein Lifestyle nennt sich die Zero-Waste.

Was das genau bedeutet und warum wir alle mal darüber nachdenken sollten, erklären wir dir in diesem Artikel. Weiter unten geben wir dir außerdem Tipps, in welchen Bereichen du in deinem Alltag weniger Müll produzieren kannst. Klick dich dafür einfach durch das Inhaltsverzeichnis.

Was bedeutet Zero Waste? (Definition)

Der Begriff „Zero-Waste“ kommt aus dem Englischen. Einfach ins Deutsche übersetzt bedeutet er „Null-Müll“. Da das aber nicht so fancy klingt und es eigentlich um eine Verhaltensweise geht, sprechen wir auch in Deutschland von Zero Waste.

Der Name ist hier Programm. Ziel ist es, Müll im Alltag zu vermeiden und mehr Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten zu schaffen. Dabei wird laut der Plattform Zero Waste Deutschland auf die fünf R’s geachtet. Diese stehen für:

  1. Refuse: Verzichte bewusst auf Sachen, die viel Müll verursachen.
  2. Reduce: Achte auf deinen Konsum und reduziere Müll bewusst.
  3. Reuse: Vermeide Müll, indem du schaust, was du wiederverwenden kannst.
  4. Recycle: Versuch deinen Müll zu recyceln und nicht einfach wegzuschmeißen.
  5. Rot: Wir können viel kompostieren, schmeißen es aber weg. Das geht besser. Lass deinen Biomüll verrotten.

Bei Zero Waste geht es aber nicht nur um das eigene Verhalten. Indirekt wird damit gefordert, das lineare System der Wirtschaft aufzugeben und in eine Kreislaufwirtschaft überzugehen. Kurz: Es soll möglichst viel Material wiederverwendet werden und nicht als Müll auf einer Deponie oder in der Umwelt landen.

Wenn du mehr zum Thema Kreislaufwirtschaft, Recycling von Plastik und dem linearen System wissen willst: Wir fassen dir hier wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen.

Hier kannst du dir den Lifestyle noch mal genau angucken: 

Wie ist Zero Waste entstanden?

Wann und wo der Begriff Zero-Waste entstand, ist nicht ganz klar. Es handelt sich hier ja um einen Lifestyle, den Menschen langsam in ihren Alltag aufgenommen haben.

Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich allerdings schon länger mit Müll, seiner Produktion und unserem Verhalten dazu.

Wissenschaftlich tauchte Zero Waste Anfang der 2000er in Verbindung mit der Zero Waste International Alliance (ZWIA) auf. Die Organisation wurde 2002 durch eine Gruppe von Wissenschaftler*innen gegründet, die sich mit Recycling- und Müllsystemen auseinandersetzten.

Im Laufe der Jahre fanden durch die ZWIA immer wieder sogenannte Zero Waste Dialogs statt. An unterschiedlichen Orten der Welt wurde über das Zero-Waste-Thema diskutiert und der Begriff bekamen immer mehr Aufmerksamkeit.

Die ZWIA ist es auch, die eine aktuelle und internationale Definition für den Begriff Zero Waste bietet:

“Zero Waste: The conservation of all resources by means of responsible production, consumption, reuse, and recovery of products, packaging, and materials without burning and with no discharges to land, water, or air that threaten the environment or human health.”

Zero Waste in Städten

Tatsächlich ist die Bewegung auch in der Stadtplanung angekommen. Durch das Programm Zero Waste Cities von der Organisation Zero Waste Europe kommen immer mehr Städte in Europa auf die Idee Müll zu vermeiden. In Deutschland geht die Stadt Kiel die ersten Schritte in Richtung Zero Waste.

Hier kannst du sehen, welche Städte in Europa das Ziel haben, Zero-Waste-Cities zu werden.

Warum ist Zero Waste sinnvoll? (erklärt)

Unser Müll belastet die Umwelt. 2018 wurden in Deutschland durchschnittlich pro Kopf 68 Kilogramm Verpackungsmüll registriert. Vergleiche das mal mit deinem Körpergewicht, dann hast du eine ungefähre Idee, wie viel Verpackungsmüll eine einzelne Person im Schnitt produziert.

Hinzu kommen noch der Rest- und Biomüll, den wir täglich in unsere Eimer schmeißen. All das landet auf den Mülldeponien, wenn die Müllabfuhr die Tonnen abholt. Doch nicht alles von unserem Müll wird dann recycelt. Stoffe, die sich nicht zum Recyceln eignen, werden verbrannt oder ins Ausland verschickt.

Hier gibt es Video zu einem Zero-Waste-Experiment: 

 

Den Müll, den wir also produzieren belastet zu einem Teil die Umwelt. Sich zu bemühen, ihn zu vermeiden, ist keine schlechte Idee.

Weniger Müll in deinem Leben schont außerdem nicht nur die Umwelt, sondern auch deinen Geldbeutel. Wenn du mehr wiederverwendest oder bewusst auf Sachen verzichtest, gibst du auch weniger Geld aus. So einfach ist das.

Wo kann ich Zero Waste anwenden? (Anleitung)

Schon wenn du versuchst Plastik zu vermeiden, machst Zero Waste. Das Schöne ist nämlich: Ein Leben ohne Plastik und Zero Waste überschneiden sich häufig.

In einem anderen Artikel erklärten wir dir schon, wie du 31-Mal Plastik vermeiden kannst. Ergänzend dazu zeigen wir dir hier Bereiche, in denen Zero Wast ganz einfach anzuwenden ist:

Zero-Waste beim Einkaufen

Was du selbst tun kannst…

Greif zum Jutebeutel, nimm deine eigenen Gemüsenetze mit und kaufe Sachen im Glas. Dadurch entsteht schon wesentlich weniger Müll.

Unverpackt Läden – die perfekten Zero-Waste Shops

In vielen Städten gibt es mittlerweile sogenannte Unverpackt-Läden. Wie der Name es schon sagt, werden dir hier Waren angeboten, die nicht verpackt sind. Du solltest nur deinen eigenen Behälter und deine eigenen Beutel mitbringen.

Oft arbeiten diese Läden mit Regionalen Produzenten zusammen. So unterstützt du auch die Region, in der du lebst. Außerdem freuen sich die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe bei dir um die Ecke.

Online-Shops – Zero-Waste-Versand und Fair-Fashion

Es gibt Online-Shops, die bei ihrem Versand auf unnötige Verpackungen verzichten. Shops, die darauf achten, bieten oft schon nachhaltige und faire Produkte an, es lohnt sich also doppelt dort einzukaufen.

Secondhand – Style ohne Müll

80er, 90er, 2000er oder noch mal die Jacke von Mama aus dem Schrank holen. Egal welche Klamotten du trägst, Secondhand lohnt sich immer. Die Klamotten sehen in der Regel mindestens genauso gut aus, werden weitergetragen und nicht weggeworfen. Es lohnt sich also, bei der nächsten Shoppingtour auch mal in den Secondhand-Laden um die Ecke zu gehen.

Doch nicht nur in der Mode kannst du Zero Waste anwenden. Auch bei deiner Einrichtung gibt es viele Möglichkeiten auf gebrauchte Möbel zurückzugreifen. Bestimmt gibt es in deiner Stadt oder Umgebung ein Secondhand-Lager für Möbel – google einfach mal.

Zero Waste durch Upcycling

Die alte Jeans eignet sich als kurze Hose. Aus Paletten lässt sich vielleicht ein neues Regal oder ein Bett bauen. Es gibt viele Bereiche, in denen du dich fragen kannst, ob du alten Kram nicht nochmal wiederverwerten kannst.

Hier wirft die Tagesschau nochmal einen guten Blick auf das Thema Upcycling: 

Zero Waste im Haushalt

Im Haushalt lässt sich in der Regel täglich Müll vermeiden. Es gibt viele Bereiche, in denen wir mit ein bisschen Veränderung weniger Müll verbrauchen können.

Zero Waste im Bad – tu dir und deinem Körper was Gutes

Im Bad kannst du Abschminkpads oder Schwämme durch Produkte aus Baumwolle oder natürliche Materialen ersetzen. Abschminkpads aus Baumwolle kannst du immer wieder verwenden. Sie werden in der Waschmaschine mitgewaschen und ersetzen so sinnvoll Müllberg beim Abschminken.

Bei Körperschwämmen empfehlen wir Luffa Schwämme. Das sind getrocknete Teile der Luffa Pflanze. Sie sind biologisch abbaubar und ersetzten jeden anderen Schwamm in deinem Bad einwandfrei. Wenn du mehr zu Luffa Schwämmen erfahren willst: Hier erklären wir dir mehr dazu. Und wie der Zufall es will, haben wir auch welche auf Lager.

Viele Shampoos, Cremes und Schminke enthalten außerdem Mikroplastik. Darauf kannst du verzichten, indem du Naturkosmetik kaufst. Seife wird auch oft in Verpackungen verkauft, es gibt sie aber ohne Verpackung im Stück.

Während der Periode kannst du auch mal Menstruationstassen oder Baumwollbinden ausprobieren. So sparst du dir die Binden oder OBs.

Interessant sind auch Po-Duschen. Mittlerweile gibt es Varianten, bei denen du deinen Po nach dem großen Geschäft einfach per Hand abspülen kannst. So verzichtest du auf Klopapier und reduzierst eine Menge Müll in deinem Leben. Findest du eklig? Dann überleg mal, womit du deine Hand reinigst, wenn du in Aa gefasst hast. Aber lassen wir das Thema an dieser Stelle. Die Botschaft ist angekommen…

Silvi Carlsson hat während der Coronakrise eine Podusche getestet:

Zero Waste in der Küche – für dich und die Umwelt gesund

Wenn du schnippelst, kannst du aus dem Gemüseabfall noch eine Brühe kochen. Selber kochen ist übrigens eine Zero-Waste-Boost für deinen Haushalt. Du kaufst keine Fertiggerichte mehr und gehst weniger außerhalb essen. Da freuen sich wahrscheinlich auch deine Finanzen.

Schon mal benutztes Kaffeemehl brauchst du nicht wegzuwerfen. Getrocknet eignet es sich gut als Dünger für deine Pflanzne und falls du einen Balkon oder Garten hast: Bio-Abfall kompostiert sich einfach in einer Wurmkiste.

Nicht alles was abgelaufen ist, muss außerdem am nächsten Tag direkt in den Müll. Es sei denn es schimmelt oder ist vergammelt. Natürlich gilt im Zweifel lieber weg damit. Wir wollen niemand dazu ermutigen schlechte Lebensmittel zu essen. Aber nur weil der Apfel nicht mehr so knackig und frisch ist, muss er nicht in die Tonne, oder?

Deine Lebensmittel bleiben in einem Glas lange frisch und du musst sie nicht mal kaufen. Einfach das Saure-Gurken-Glas oder ein anderes auswaschen und fertig. Lebensmittel wie Haferflocken, Reis oder Nudeln lassen sich wunderbar darin aufbewahren und die Behälter halten ewig. Du kannst die Gläser natürlich auch mit in den Unverpackt-Laden nehmen.

Nicht zu vergessen: Bienenwachstücher. Sie ersetzen Frischhaltefolie, sind antibakteriell und lassen sich immer wiederverwenden. Tolles Produkt, können wir nur empfehlen.

In der Küche gibt oft Plastikschwämme, die sich (wie im Bad) durch natürliche Schwämme ersetzen lassen. Auch hier bietet der Luffaschwamm eine gute Alternative.

Zero Waste unterwegs

Nimm deinen Becher von zu Hause mit. Dein Coffee-to-go schmeckt darin mindestens genauso gut, wie in einem Pappbecher. Und den kannst du einfach dadurch einsparen.

Das Gleiche gilt für dein Mittagessen. Bevor du irgendwo verpackte Lebensmittel kaufst, schmier dir ein Brot oder pack dein Mittagessen in eine Box aus Edelstahl. Du wirst sehen, so vermeidest du eine Menge Müll.

Zusammengefasst: So kannst du einfach Müll in deinem Alltag vermeiden (Überblick)

  • nimm Jutebeutel, Gemüsenetz mit zum Einkaufen.
  • kaufe Sachen im Behälter aus Glas.
  • kauf im Unverpackt Laden.
  • unterstützte nachhaltige Online Shops du einen Zero-Waste-Versand anbieten.
  • kaufe wenn möglich in Secondhand oder stöbere bei Mutti, Vatti oder sonst wo, was sie nicht mehr brauchen.
  • frag dich regelmäßig, ob was du noch upcyceln kannst.
  • nutze Abschminkpads aus Baumwolle.
  • nutze natürliche Schwämme, zum Beispiel einen Luffaschwamm.
  • wenn du willst: Menstruationstassen und Baumwollbinden sind in der Regel eine Option.
  • hol dir eine Po-Dusche und ersetze Klopapier in deinem Haushalt.
  • kauf Naturkosmetik. Das ist nicht nur gut für dich, sondern auch für die Umwelt.
  • mach deine eigene Gemüsebrühe aus den Schnippelresten.
  • verwende deine altes und getrocknetes Kaffepulver als Dünger für deine Pflanzen.
  • in deinem Garten oder Balkon kannst du in einer Wurmkiste deinen Bio-Müll kompostieren.
  • verwende Gläser zu Aufbewahrung wieder.
  • Bienenwachstücher ersetzen Frischhaltefolie und lassen sich wiederverwenden.
  • dein eigener Becher reduziert in Sachen Coffee-to-go eine Menge Müll.
  • verpack dein Mittagessen in eine Lunchbox aus Edelstahl oder in ein Glas von zu Hause.

Zero-Waste und gaia: Unser Beitrag für deinen Alltag

Wir finden: Zero Waste ist eine tolle Idee. Aber jeden Tag, neben der Arbeit, dem Studium oder der Ausbildung darauf zu achten, keinen Müll produzieren, kann anstrengend sein.

Wir bei gaia sind überzeugt, dass wir bewusster Leben, aber mit Spaß bei der Sache sein sollten. Nachhaltigkeit und Zero Waste dürfen nicht anstrengend sein. Sonst verlieren wir die Lust daran und alles war für umsonst.

Aber wir glauben fest daran: Zero Waste kann einfach, direkt und ohne viel Aufwand funktionieren und dafür haben wir folgenden Vorschlag: Wir gucken, in welchen der folgenden Bereiche wir einfach was in Richtung Zero Waste verändern können. Damit ist für die Umwelt schon einiges getan. Wenn wir alle nur ein bisschen an unserem Verhalten ändern, bewirken wir gemeinsam Großes.

Wir sind außerdem neugierig. Wie sieht es bei dir in Sachen Zero Waste aus? Ziehst du es voll durch? Oder hast du bestimmte Bereiche, in denen du darauf achtest? Und haben wir vielleicht wichtige Bereiche für einen Zero-Waste-Lifestyle vergessen?

Schreib uns gerne eine Mail oder direkt bei Instagram! Und natürlich gilt immer: Tschüss Plastik und bis bald!

2 Idee über “Zero Waste – wir erklären dir den Lifestyle und geben Tipps, wie ein Leben ohne Müll möglich ist

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