Die Gruenderinnen und Marina stehen vor einer Wand zwischen Kartons.

“So kommen wir von diesem Leistungsdenken weg” – ein Interview mit MARI&ANNE

Manchmal braucht es Vorbilder, an denen wir uns orientieren können. Um sie geht es in unserer Reihe THE FUTURE IS EQUAL. Wir sprechen mit Menschen, die uns inspirieren und es geht um ihr berufliches Leben, Herausforderungen und Nachhaltigkeit.

Warum? Weil wir bei gaia glauben, dass jeder Mensch die Welt verändern kann. Und wenn wir sehen, wie andere sie verändern, können wir uns vielleicht was abgucken, es genauso oder ganz anders machen. Hauptsache wir lernen voneinander und gehen gemeinsame Schritte in Richtung nachhaltiges Leben.

Dieses Interview dreht sich um MARI&ANNE. In der Nähe von Würzburg entstehen durch das Familienunternehmen, Pflegeprodukte aus 100 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen. Zusätzlich arbeiten MARI&ANNE eng mit den Mainfränkischen Werkstätten, eine gemeinnützige Einrichtung der Lebenshilfe-Vereine, zusammen. Hier unterstützen Menschen mit Behinderung neben dem Bedrucken der Dosen und Verpacken der Produkte, seit März 2020 auch die Produktion. Geplant ist, auch den Onlineversand mit den Mainfränkischen Werkstätten umzusetzen. 

Wie das alles angefangen hat, wann Arbeit sich nicht mehr wie Arbeit anfühlt und was wir von dem kleinen Unternehmen aus Franken lernen können, erzählt uns die Geschäftsführerin Sabine.

gaia: Es gibt euch seit Frühling 2019. Wie hat das bei euch alles angefangen?

Sabine: Meine Mama Marianne fing vor ungefähr 13 Jahren an, Naturkosmetik herzustellen. Ich hatte damals eine Hautkrankheit, hatte schon alles mögliche ausprobiert und nichts half. Sie hat dann angefangen sich mit Salben und Cremes zu beschäftigen und selber welche kreiert. Das hatte Erfolg. Nicht nur bei mir, sondern auch auf den Märkten, auf denen sie ihre Produkte verkaufte. Vor ca. 3 Jahren entschloss sich Marianne dann mit einem kleinen Team mehr daraus zu machen, das Konzept zu überdenken und online zu gehen.

“Denn so findet eine persönliche Entwicklung und viel Freude statt.”

Marianne und Sabine Lewandowski im Portrait.
Die Gründerinnen von MARI&ANNE: Sabine und Marianne.

gaia: Die Zusammenarbeit mit den Mainfränkischen Werkstätten entstand also erst später?

Sabine: Das kam viel später. Meine Schwester Marina arbeitet da schon seit 10 Jahren und wir wollten sie bei MARI&ANNE einbinden. Weil sie sich aber dort so wohl fühlt und wir ihr das nicht nehmen wollten, entstand die Idee: Arbeiten wir doch mit den Werkstätten zusammen und schaffen einen Mehrwert.

gaia: Was für einen Mehrwert genau?

Sabine: Wir sind ja grundsätzlich darauf gepolt, Leistung zu bringen. Wir gehen auf die Arbeit, bringen Leistung, machen Feierabend und haben was verdient. Bei Marina und bei vielen Menschen mit einer geistigen Behinderung findet das so nicht statt. Man muss mit ihnen und der Arbeit spielerischer umgehen. Also Arbeit nicht nur als Arbeit, sondern eher als Miteinander sehen. Dabei muss man aber viel Geduld haben. Es geht halt nicht alles so schnell und ist kein Leistungsbetrieb. So kommen wir von diesem Leistungsdenken weg und können gemeinsam mit unterschiedlichen Menschen etwas schaffen – das ist der Mehrwert bei MARI&ANNE.

gaia: Entschleunigung, Spaß bei der Arbeit – das wollen viele Menschen. Klingt so, als könnten wir in der freien Wirtschaft noch was lernen.

Sabine: Absolut. Ich merke das immer wieder in der Zusammenarbeit mit Marina. Es ist unglaublich, wie sie es schafft, mich zur Arbeit zu motivieren. Ohne Leistungsdenken fühlt sich die Arbeit nicht wie Arbeit an. Sie lebt halt im Hier und Jetzt und ich frage mich, ob man diese Einstellung nicht auch in die Wirtschaft einbringen kann. Ich glaube, das würde ganz vielen Unternehmen etwas bringen. Denn so findet eine persönliche Entwicklung und viel Freude statt.

“Niemand kann alles können und alle dürfen mal um Hilfe bitten.”

gaia: Kannst du denn von MARI&ANNE leben?

Sabine: Nein, MARI&ANNE ist aktuell noch am Anfang. Wirtschaftlich gesehen müssten wir viel schneller, rationaler und weniger emotional denken. Natürlich freut man sich, wenn eine Idee Erfolg hat, stabil ist und sich weiterentwickelt. Uns geht es aber darum, organisch zu wachsen und unseren Werten treu zu bleiben, was ja auch die natürlichen Inhaltsstoffe unserer Produkte ausmacht.

gaia: Was würdest du anderen raten, die überlegen sich mit ihrer Idee selbständig zu machen?

Sabine: Als junge Unternehmer*innen hat man ja erst mal Angst, dass sich andere was abgucken. Aber das stimmt nicht. Wir kommen durch den Austausch miteinander weiter. Zu gucken, wo liegt meine Stärke und wo liegt meine Schwäche und die auch zuzugeben, das würde ich anderen raten. Niemand kann alles können und alle dürfen mal um Hilfe bitten. Und ich würde ihnen raten, mutig zu sein. Nicht so viel nach links und rechts gucken, sondern auf sich selbst vertrauen und einfach mal voranzuschreiten.

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