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Faktencheck – Bienenwachstücher angeblich ein Gesundheitsrisiko

Aktualisiert am 26. Juli 2021 von Paol Gross

Zum angeblichen Gesundheitsrisiko durch Bienenwachstücher – Ein Faktencheck

Seit dem vergangenen Jahr wird in unterschiedlichen Medien immer wieder über die angebliche Gesundheitsgefahr berichtet, die von Bienenwachstüchern oder einzelnen Inhaltsstoffen ausgehen soll, so etwa in einem Artikel der Stiftung Warentest aus dem Dezember 2019 sowie in der Sendung ZDF drehscheibe von 23.6.2021. Leider wird dabei in der Regel nicht zwischen den unterschiedlichen Qualitätsstandards (z.B. bio oder nicht bio) unterschieden. Auch werden die tatsächlichen Risiken im Hinblick auf die kleinen Mengen und die Verwendungsart der verarbeiteten Stoffe (z.B. Jojobaöl) nicht hinreichend eingeordnet. Dadurch wird eine gute Alternative zu tatsächlich bedenklichen Plastikprodukten pauschal in ein schlechtes Licht gerückt und Verbraucher:innen verunsichert. Eine bessere Einordnung ist nötig.

In diesem Artikel legen wir dir deshalb genau dar, was es mit den Behauptungen im Hinblick auf unsere gaia Bienenwachstücher auf sich hat. (Spoiler: gar nichts.)

– Das Jojobaöl in unseren Bienenwachstüchern stellt kein Gesundheitsrisiko dar.

Hintergrund: Die Berichte darüber, dass Jojobaöl in der Beschichtung von Bienenwachstüchern giftig bzw. gesundheitsgefährdend sei, beziehen sich auf Erkenntnisse aus Tierversuchen, in denen Ratten mit Jojobasamen oder Jojobaöl gefüttert wurden. Die Tiere entwickelten daraufhin einen gehemmten Appetit sowie Gesundheitsbeschwerden, die bei hohen Einnahmen auch zum Tod führten. Eine ähnliche Wirkung wird auch für Menschen angenommen. Daher sind Jojobaöl oder Jojobasamen nicht als Lebensmittel geeignet. Die Einschätzung des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) dazu findet ihr hier: https://www.bfr.bund.de/cm/343/jojobasamen_sind_nicht_fuer_den_verzehr_geeignet.pdf

Einordnung: Die Menge an Jojobaöl in einem gaia Bienenwachstuch der Größe L liegt bei etwa 760mg. Um die genannten gesundheitsgefährdenden Effekte hervorzurufen, die in dem Bericht des BfR erwähnt werden, müsste ein durchschnittlicher Mensch über hundert Tücher komplett aufessen. Davon raten wir selbstverständlich auch aus anderen Gründen ab und ist uns so auch noch nie zu Ohren gekommen.

Das Tuch kommt bei Benutzung mit Lebensmitteln in Kontakt. Bei Untersuchungen unserer Tücher durch ein unabhängiges Labor konnte kein bedenklicher Übergang von Beschichtungsbestandteilen auf das Testlebensmittel (ein Keks) nachgewiesen werden. Daher sind unsere Bienenwachstücher als Lebensmittelbedarfsgegenstand zugelassen. Lediglich bei sehr fettigen Lebensmitteln sowie bei Fisch oder Fleisch kann die Übergangsmenge höher sein. Aufgrund der erhöhten Hygieneansprüche letzterer Lebensmittel raten wir jedoch ohnehin von der Benutzung der Bienenwachstücher dafür ab.

Jojobaöl ist auch in anderen Branchen nach wie vor ein beliebtes hochwertiges Öl und wird in der Kosmetikindustrie unter anderem für Cremes, Zahnpasten oder Lippenpflege verwendet. Auch hier kann es vorkommen, dass kleine Mengen der Produkte in den Mund gelangen und verschluckt werden. Auch das ist aufgrund der Kleinstmengen kein Problem.

Fazit: Ein Gesundheitsrisiko durch das in der Beschichtung enthaltene Jojobaöl besteht nicht.

– Unsere gaia Bienenwachstücher enthalten keine Pestizide.

Hintergrund: Unter anderem in einem Bericht der Sendung ZDF drehscheibe vom 23.6.2021 wird die Gesundheitsgefahr durch Pestizidrückstände in Bienenwachstüchern thematisiert. Bei einer Untersuchung in einem Labor im Auftrag der Sendung wurde in einem Viertel der untersuchten Tücher unterschiedlicher Hersteller Pestizidrückstände nachgewiesen. Diese stammen aus dem in der Beschichtung verwendeten Bienenwachs. Bei den Pestiziden handelt es sich um Chemikalien, die in vielen konventionellen Imkereien zum Schutz gegen die Varroamilbe eingesetzt werden. Diese können sich im Wachs anlagern.

Einordnung: Das Wachs, dass für unsere gaia Bienenwachstücher verwendet wird, stammt aus biologischer Bienenhaltung und ist demnach pestizidfrei. Dies bestätigen auch regelmäßig stattfindende Untersuchungen, laut denen keine Pestizidrückstände in unserem Wachs nachweisbar sind.

Fazit: gaia Bienenwachstücher sind pestizidfrei.

– Bienenwachstücher sind bei richtigem Gebrauch nicht unhygienisch.

Hintergrund: Ein weiterer Kritikpunkt, der in einigen Berichten immer wieder auftaucht, ist die Hygiene der Tücher. Bienenwachstücher seien unhygienisch, da sie nicht heiß zu reinigen sind, so heißt es.

Einordnung: Es stimmt, dass Bienenwachstücher nicht heiß gereinigt werden dürfen. Beim Kontakt mit warmen Oberflächen oder Stoffen wird die Beschichtung weich oder gar flüssig. Es stimmt aber nicht, dass Bienenwachstücher deshalb unhygienisch sind. Das Tuch kann durch lauwarmes Wasser, Essigessenz, Sonnenlicht und gutes Trocknen hygienisch sauber gehalten werden. Mehr zum Thema Reinigung und Pflege deines Bienenwachstuches findest du auch in diesem gaia Magazinartikel: https://www.gaiastore.de/bienenwachstuecher-reinigen-pflegen/

Hier sind die wichtigsten Punkte nochmal zusammengefasst:

  1. Spüle dein Tuch nach jedem Gebrauch gründlich mit (lau!)warmem oder kaltem Wasser ab und entferne dabei alle Lebensmittelrückstände.
  2. Lass dein Tuch immer gut trocknen.
  3. Reinige dein Tuch ab und zu mit Essigessenz und Wasser. Das tötet die meisten Bakterien und desinfiziert so dein Tuch.

Fazit: Bei richtigem Gebrauch sind Bienenwachstücher nicht unhygienisch.

 

Du siehst: Bei genauerem Hinsehen halten die Behauptungen einem Faktencheck bezüglich unserer gaia Bienenwachtücher nicht stand. Unsere Tücher sind unbedenklich und eine tolle nachhaltige Alternative zu Plastikverpackungen, die durch Zusatzstoffe, fehlende Abbaufähigkeit, Mikroplastikeintrag und vieles mehr eine tatsächliche Gefahr für Menschen und Umwelt darstellen.

Du hast weitere Fragen ?

Falls du mehr zur Qualitätssicherung unserer Bienenwachstücher wissen oder unsere Zertifikate einsehen möchtest, kannst du uns jederzeit unter hallo@gaiastore.de erreichen. Wir beantworten gerne deine Fragen.

Autorin: Eni Rahlf

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