Bunte Löffel aus Plastik liegen auf dem Waldboden, eine kleine grüne Pflanze ragt zwischen den Löffeln hervor.

Einwegplastik-Verbot: Was tut sich da in Deutschland?

Aktualisiert am 26. Juli 2021 von Paol Gross

Für Schnelle – die wichtigsten Punkte im Überblick:

Verbot von Einweg-Plastikprodukten tritt ab 3.Juli 2021 in Kraft.

  • Folgende Produkte dürfen ab Juli nicht mehr Verkauft werden.
    • Plastik-Wattestäbchen
    • Einweg-Besteck
    • Einweg-Teller
    • Plastik-Trinkhalme
    • Plastik-Rührstäbchen
    • Luftballonstäbe aus Kunststoff
    • To-Go-Getränkebecher
    • Fast-Food-Verpackungen aus Styropor
    • Wegwerf-Essenbehälter aus Styropor
  • Ein erster Schritt in die richtige Richtung – von hier aus muss noch viel passieren!

Einwegplastik Verbot: Was tut sich da in Deutschland?

Plastik ist Gift für unseren Planeten. Alleine im Jahr 2018 wurden weltweit rund 359 Millionen Tonnen Kunststoff produziert – davon etwa 19 Millionen Tonnen in Deutschland.

Doch warum ist der Anteil von Plastik eigentlich so hoch? Das Problem: Plastik ist einfach überall. Für unsere Kleidung, Kosmetik, Spielzeug, Haushaltsgeräte und vieles mehr kommt Kunststoff zum Einsatz.

Einen besonders großen Anteil des Plastikmülls machen Plastikverpackungen aus – etwa um Obst oder Gemüse oder auch andere Lebensmittel zu verpacken. Das Problem hier: Das Plastik wird nicht wiederverwendet. Die Lebensmittel werden ausgepackt und die Plastikverpackung landet direkt im Müll.Dass Plastik die menschliche Gesundheit bedroht und die Weltmeere massiv verschmutzt, ist hinlänglich bekannt. Mittlerweile befinden sich feinste Plastikpartikel in unserem Trinkwasser, in den Böden und sogar in der Luft.

Das Bewusstsein für den negativen Umweltfaktor Plastik ist also vorhanden. Doch bisher wurde noch nicht genug unternommen, um den Plastikplaneten Erde zu retten. Im Gegenteil: es herrscht ein regelrechter Plastikboom! So plant die Plastikindustrie in den USA, die Produktion des schädlichen Kunststoffs in den kommenden Jahren noch deutlich zu steigern.

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. In einigen Ländern schaltet sich die Regierung ein und reguliert den Plastikverbrauch.

Auch in Deutschland tut sich etwas. Es stehen Verbote von Artikeln aus Einwegplastik an.

So viel Plastik produziert Deutschland

 

Innerhalb von 60 Minuten werden in Deutschland mehr als 300.000 Einweg-Becher genutzt – darunter 140.000 To-Go-Becher. Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen machten alleine 2017 346.000 Tonnen des Deustchen Plastikmülls aus. Alleine zwischen 2015 und 2017 steigen die Kunststoffabfälle um 3,9 Prozent auf 6,15 Millionen Tonnen.

 

Verbot von Einwegplastik: Die EU macht Ernst – und nicken zustimmend aber noch nicht begeistert.

Mit unseren plastikfreien Alternativen im Gaia Store, leisten wir bereits seit einiger Zeit unseren Beitrag zu weniger Plastik in den Haushalten unserer Kundinnen und Kunden. Wir zeigen: Es geht auch ohne Plastik. Das erkennen immer mehr Menschen – und auch unsere Politik.

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Was ist passiert? Der Bundestag und Bundesrat haben einer Verordnung zugestimmt, die den Verkauf von bestimmen Einweg-Plastikprodukten verbietet. Sie soll am 3. Juli 2021 in Kraft treten.

Diese Plastikprodukte werden ab 3. Juli 2021 nicht mehr in Deutschland verkauft

  • Plastik-Wattestäbchen
  • Einweg-Besteck
  • Einweg-Teller
  • Plastik-Trinkhalme
  • Plastik-Rührstäbchen
  • Luftballonstäbe aus Kunststoff
  • To-Go-Getränkebecher
  • Fast-Food-Verpackungen aus Styropor
  • Wegwerf-Essenbehälter aus Styropor

 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass alle alltäglichen Einwegprodukte aus Kunststoff verboten werden, die aus fossilen Rohstoffen gefertigt sind.

Bringt das Einwegplastik Verbot etwas?

Sicherlich wird mit der Verordnung Plastik nicht aus unserem Leben verschwinden. Autos, Haushaltsgeräte oder auch medizinische Geräte aus oder mit Plastik werden weiterhin produziert. Doch mit dem Verbot von Einweg Plastik ist ein erster Schritt getan.

Du hast es sicherlich schon selbst bemerkt. Wegen der zunehmenden Beschleunigung unseres Alltags und einspannenden Berufen, essen immer mehr Menschen unterwegs. Der Coffee To Go wird durch bekannte Kaffeeketten sogar zu einer Art Statussymbol.

Hinzu kommt die Müdigkeit, sich nach einem anstrengenden Tag selbst etwas zu kochen. Kurzerhand wird der Lieferservice angerufen und das Lieblingsgericht direkt geliefert. Nur leider meist noch in einer Styropor-Box, die nach wenigen Minuten ihren Dienst getan hat und im Müll landet.

Solche kurzlebigen Verpackungen aus Plastik machen einen Großteil unseres Plastikmülls aus. Und sie schaden der Umwelt massiv. Wird der Plastikmüll etwa im Park oder am Strand zurückgelassen und nicht aufgesammelt, zerbröselt er in kleine Kunststoffteilchen, die vom Regen in Flüsse und Seen gespült werden. Vögel und Fische verschlucken das Plastik. Wir trinken das Wasser. Allen Lebewesen wird geschadet.

Die gute Nachricht: Durch das Einwegplastik Verbot sehen sich einige Unternehmen gezwungen, auf die Herstellung von Mehrwegprodukten umzusteigen. Das ist super, denn gerade bei Getränkeverpackungen sinkt der Mehrweganteil seit Jahren. Mit der neuen Verordnung wird dieser Entwicklung entgegengesteuert.

Verbot von Einweg-Plastik in der ganzen EU

Deutschland ist ein einflussreiches Land. Doch auf der Weltkugel sind wir nur ein kleiner Fleck, der alleine nicht viel bewegen kann.

Wie gut, dass die EU gemeinsame Sache macht. Einwegprodukte aus Kunststoff werden nicht nur in Deutschland verboten. Ab dem 3. Juli 2021 ist die Herstellung von Einwegplastik in der gesamten EU nicht mehr erlaubt. Das bedeutet, nicht nur unsere Bundesregierung setzt sich für die Vermeidung von Plastikmüll ein, sondern die anderen Länder ziehen mit.

Das Verpackungsgesetz leistet seinen Beitrag

Neben dem Einwegplastik Verbot wäre da noch das Verpackungsgesetz. Es trat am 1. Januar 2019 in Kraft und betrifft alle, die mit Ware gefüllte und beim Endverbraucher anfallende Verpackungen in Verkehr bringen – auch Online-Händler. Nach dem Prinzip der erweiterten Produktverantwortung sind diese Händler verpflichtet, selbst in Umlauf gebrachte Verpackungen zurückzunehmen und zu verwerten.

Das Verpackungsgesetz hat etwas bewirkt: Durch entsprechende Anreize reagiert die Industrie. Die Recyclingquoten steigern. Wer als Hersteller auf recyclingfähige Verpackungen und Kunststoffe setzt, wird belohnt.

Mit der ersten Novelle des Verpackungsgesetzes wird dem Handel ebenfalls verboten, leichte Plastiktüten anzubieten. Das Erste Gesetz zur Änderung des Verpackungsgesetzes ist am 09.02.2021 in Kraft getreten. Das darin geregelte Verbot von leichten Kunststofftragetaschen gilt ab dem 01.01.2022.

Einweg-Plastiktüten sind ein klassisches Wegwerfprodukt. 20 Minuten – länger wird eine solche Tüte in der Regel nicht genutzt. Das ist Ressourcenverschwendung.

Mit einem Verbot wird die Zahl der Plastiktüten im Handel auf Null runtergesetzt. Vielleicht hast du es schon bemerkt: In den meisten Supermärkten gibt es keine Plastiktüten, sondern nur noch Papiertüten an der Kasse. Doch ein paar Läden gibt es noch, die die Plastikvariante anbieten. Durch das Verbot der Einweg-Plastiktüten werden auch Händler reagieren müssen, die sich bislang nicht an der Vereinbarung beteiligt haben.

Was bedeutet das Einwegplastik Verbot für dich?

Ganz klar: Du wirst bald keine Plastik Strohhalme, Plastik Ohrstäbchen oder andere Plastik Einwegartikel aus der obigen Liste in Deutschland kaufen können. Das heißt aber nicht, dass diese Artikel aus unserem Leben komplett verschwinden. Für alles gibt es plastikfreie Alternativen.

So sind etwa die klassischen Wattestäbchen durch Ohrenstäbchen aus Bambus zu ersetzen. Einige Hersteller bieten außerdem wiederverwendbare Ohrstäbchen an. Strohhalme aus Pappe oder Holz sind ebenfalls immer häufiger anzutreffen. Ebenso wie Strohhalme aus Glas.

Einige umweltfreundliche Alternativen zu den Einwegplastik Verpackungen findest du auch in unserem Shop. Etwa Einkaufsnetze und Stoffbeutel als Alternative zur Tragetasche aus Plastik. Unser Bienenwachsbeutel ist eine echter Alternative zur Plastik-Brotdose. Und unsere Bienenwachstücher ersetzen ganz stilvoll und ohne lästiges Zusammenkleben die Klarsichtfolie.

Mit einigen unserer plastikfreien Produkte gehst du sogar noch einen Schritt weiter. Wir ersetzen nicht nur Einwegartikel aus Plastik, sondern auch Alltagsgegenstände, die meist aus Kunststoff gefertigt sind. Etwa mit unserer Spülbürste aus Holz und Edelstahl oder mit unseren Schwämmen aus Kokosfaser.

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Wir freuen uns, wenn du dich unserer Mission hin zu einer plastikfreien Welt anschließt. Gemeinsam bekämpfen wir die Plastikflut – und leisten unseren persönlichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

 

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